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Salzburger Nachrichten 19.03.2012

Salzburger Nachrichten 26.11.2011

Kleßheim-Schüler bauen Häuser in Srebrenica

Bosnien. Eine Gruppe der Landwirtschaftsschule Kleßheim wird im Frühjahr nach Srebrenica fahren, um dort einige Holzhäuser in Eigenregie aufzubauen.

STEFAN VEIGL WALS-SIEZENHEIM (SN).

 

Unter Leitung ihres Fachlehrers Heinz Wagner werden zwölf Schüler der landwirtschaftlichen Fachschule Kleßheim Ende April 2012 mit Kleinbussen nach Srebrenica fahren. Ziel der Mission ist es, binnen fünf Tagen Holzhäuser in der Krisenregion zu bauen.

Die Idee zum Projekt kam Heinz Wagner rund um seinen heurigen 60. Geburtstag: „Ich habe mir von der Schule statt eines Geschenks eine Spende für ,Bauern helfen Bauern‘ gewünscht.“ Geworden ist daraus das Schulprojekt „Tua wos – Häuser für Srebrenica“.

Unbedingt nach Bosnien mitfahren will Benjamin Grössinger (14). Warum? „Da kann ich mit meinen eigenen Händen helfen, statt nur anonym zu spenden“, sagt er. Und Mathias Auer (17) ergänzt: „Das ist auch eine Chance, mit der Schule in das Ausland zu kommen, zu helfen und etwas Neues zu sehen.“ Die 15-jährige Anna Welkhammer („ich hab’s nicht so mit der Motorsäge“) organisiert mit ihren Kolleginnen der zweiten Klasse der Hauswirtschaftsschule hingegen den Benefiz-Adventmarkt, der heute, Samstag, von neun bis 13 Uhr in der Schule stattfindet.

Dass die Schüler das technische Know-how haben, die eingeschoßigen Holzriegel-Fertigteilhäuser mit Satteldach vor Ort zusammenzubauen, daran lässt Heinz Wagner keinen Zweifel: „Projektunterricht zur Vorbereitung brauchen wir nicht, was da gefragt ist, können die Schüler ohnehin“, sagt er – immerhin gebe es in Kleßheim einen Holzbearbeitungszweig.

Um die Vorbereitung der Bauplätze in Bosnien („die Punkt-Fundamente aus Beton müssen die künftigen Eigentümer im Vorfeld herstellen“) kümmere sich Bauern-helfen-Bauern-Koordinator Namir Poric, sagt Wagner. Poric sorge auch dafür, dass zu gleichen Teilen bedürftige junge bosnische und serbische Familien mit den Hilfsleistungen bedacht werden – denn das Zusammenleben der beiden Nationalitäten sei immer noch heikel.

Dass die Menschen in Srebrenica, das durch das Massaker an der Zivilbevölkerung im Jahr 1995 traurige Berühmtheit erlangt hat, auch fast 20 Jahre später noch Hilfe brauchen, kann Wagner bestätigen: „Ich war heuer zu Pfingsten unten. Da haben wir Leute gesehen, die unter Plastikplanen hausen, weil sie ihr damals abgebranntes Haus immer noch nicht aufbauen konnten.“

Abhilfe sollen die kompakten, knapp 24 Quadratmeter großen Holzhäuser schaffen, die sogar über einen Ofen samt Außenkamin und eine Wärmedämmung verfügen. „500 Häuser dieses Typs stehen bereits dort. Zwei lokale Experten und drei bis vier Helfer von uns sollen ein Haus in drei bis vier Tagen aufstellen können“, beschreibt Wagner.

Geplant sind auf jeden Fall zwei Häuser. „Wenn die Spenden reichen, können wir auch drei bauen“, sagt Wagner. Das Material im Wert von 4500 Euro kommt aus Bosnien, um so Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region zu sichern.

Wagner will bei dem Projekt seinen Schülern auch gelebte Teamarbeit vermitteln: „Mich freut, wenn an der Schule Menschlichkeit gelebt wird, denn die Zeiten sind härter geworden, das sieht man auch am Umgang der Jugendlichen untereinander. Daher ist mir das Zusammenhelfen wichtig.“

Schnell begeistern von der Idee konnte Wagner auch seinen Lehrerkollegen Robert Timmerer-Maier, der sich um die Projekthomepage www.tuawos.jimdo.com kümmert – und als Koordinator des Absolventenvereins weiß: „Es gibt Absolventen, die beneiden die derzeitigen Schüler um die Chance, dort zu helfen.“